Fahrzeuge der Windbergbahn


Lok 98 001 - 9,6/44,3 KB
Anläßlich der ersten Sonderfahrten auf der Windbergbahn Pfingsten 1991 war die Windberglok ("Kreuzspinne") 98 001 im Bf Dresden-Gittersee ausgestellt.
Foto: KLaus Gottschling   3074.jpg - 44,3 KB

 
Führerstand der 98 001 - 9,5/43,0 KB
Das Foto zeigt das Führerhaus der 98 001 auf der Heizerseite.
Foto: Klaus Gottschling   3081.jpg - 43,0 KB
1891 produzierte Richard Hartmann in Chemnitz zwei Baumusterloks ("RASCHAU" und "CROTTENDORF") der Gattung H I MTV (Meyer, Verbund, Tender). Wie die bekannte Schmalspurlokgattung sä. IV K basierten die B'B'n4v-Loks auf dem Prinzip nach Günther und Meyer (zwei Triebdrehgestelle, vorn Niederdruckzylinder, hinten Hochdruckzylinder) [18, S. 44 ff.]. Auf der Hänichener Kohlezweigbahn bewährten sich die beiden Loks jedoch nicht.
Als die K. Sächs. Sts. E. B. neue, leistungsfähigere Maschinen für die Windbergbahn als Ersatz für die VII T bestellte, griffen die Konstrukteure der Sächsischen Maschinenfabrik Chemnitz (vormals R. Hartmann) auf diese Versuche zurück. Sie entwickelten die Lokgattung I TV (I=B'-Lok, V=Verbundlok, T=Tenderlok). Die Hochdruckzylinder sind gegenüber der Gattung MTV im vorderen und die Niederdruckzylinder im hinteren Triebdrehgestell angeordnet (s. weitere technische Daten). 1910 wurden 10, 1913 drei und 1914 fünf Stück ausgeliefert (s. Baujahre u. Ausmusterung) [12, S. 33 ff.] [18, S. 45 ff.] (18 an die K. Sächs. Sts. E. B., eine an die Oberhohndorf-Reinsdorfer-Kohlebahn).
Die flexiblen Verbindungsleitungen zwischen Hoch- und Niederdruckdampzylinder sowie das komplizierte Antriebs- und Steuerungsgestänge machten die I TV sehr wartungsintensiv. Wegen der Gestänge erhielten sie von den Personalen die Beinamen "Kreuzspinne" bzw. "Heuwender".
Von den im I. Weltkrieg im Militärdienst eingesetzten Maschinen sind drei verschollen.
Nach der Umzeichnung in 98 001 - 015 im Jahr 1925 befanden sich im Bw Dresden-Friedrichstadt 8 und im Bw Dresden-Pieschen 7 Loks der BR 980 (s. Stationierungsdaten). Die Friedrichstädter Maschinen wurden auf der Windbergbahn und als Schlepploks im Rangierbahnhof eingesetzt [3, S. 87]. Die Pieschener Loks waren im Güter- und Rangierdienst (z. B. Bedienung der Hafenbahn auf der Neustädter Seite) eingesetzt [8, S. 100] und im Vorortverkehr [3, S. 26]. Zwischen 1930 und 1933 wurden 7 Loks ausgemustert. Mit Umwandlung des Bw Pieschen zum Triebwagen-Bw kamen alle Dresdner 980 nach Friedrichstadt [8, S. 100]. 1940 erhielt die von der Oberhohndorf-Reinsdorfer Kohlebahn übernommene Lok Nr. 6 in Zweitbesetzung die Nummer der verschrotteten 98 015. November 1945 erfolgte die Umbeheimatung der 980 nach Dresden Altstadt [8, S. 61]. Die 1932-33 im Bw Bautzen eingesetzte 98 005 absolvierte eine Odyssee. Über die Stationen Chemnitz-Hilbersdorf, Döbeln, Meiningen, ..., Gera gelangte sie erst wieder 1956 nach Dresden.
Nach 1945 kam die 980 auf der Windbergbahn und im Rangierdienst zum Einsatz. Durch die enormen Leistungen, welche die sogenannten Meyer-Loks im Zuge der Uranerztransporte nach Dresden-Gittersee erbringen mußten, nahm der Verschleiß rasch zu. Einige Maschinen verdienten sich noch in den Wintern 1960-63 als Vorheizloks in Altenberg (Müglitztalbahn) ihr Gnadenbrot [15, S. 119]. Zwischen 1963 und 1966 wurden die Loks abgestellt. Lok 98 009 diente bis 1967 dem Versuchsbetrieb mit der Diesellok V 60.
Bis auf die 98 001 kamen alle Windbergloks unter den Schneidbrenner. Das Verkehrsmuseum Dresden (VMD) ließ 98 001 im RAW Meiningen 1979/80 zum nicht betriebsfähigen Museumsfahrzeug aufarbeiten [11, S. 50]. Die letzte "Kreuzspinne" ist seit 03.02.2003 im Industriemuseum Chemnitz hinterstellt.
 


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letzte Änderung am 28.04.2002;