Fahrzeuge der Windbergbahn


Windberg-Aussichtswagen - 8,7/45,5 KB
Der von unserem Verein rekonstruierte Windberg-Aussichtswagen war auf dem 4. Dresdner Dampflokfest zum zweiten Mal der Öffentlichkeit zugänglich.
Foto: Klaus Gottschling   6727.jpg - 45,5 KB
Da die eingesetzten Personenwagen mit ihren schmalen Fenstern bei den Ausflüglern nicht sehr beliebt waren, gingen die Reisendenzahlen leicht zurück. Daraufhin ließen die Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen in Bautzen vier völlig neuartige Personenwagen bauen und nahmen diese am 1. Mai 1912 (Fahrplanwechsel) feierlich in Betrieb. Die sogenannten Windbergwagen oder Aussichtswagen der Gattung C Sa 12 (140a) waren an die besonderen Verhältnisse angepaßt. Sie besaßen  Lenkachsen mit 4,50 m Achsstand, Westinghouse-Druckluftbremse, Dampfheizung, Gasbeleuchtung, Großraumabteil und auffallend breite Fenster (s. technische Daten). Die Wagenbühnen (Perrons) waren überdacht. An den geschlossenen Stirnseiten befanden sich Sitzbänke.
Mit den Meyer-Loks 980 bildeten die Aussichtswagen jahrelang das typische Bild der Personenzüge auf der Windbergbahn (s. Foto). Nach der Bombardierung Dresdens am 13. Februar und am 17. April 1945 konnten 1946 nur noch zwei Windbergaussichtswagen aufgearbeitet werden. Diese fuhren bis zur Einstellung des Personenverkehrs 1957 auf der angestammten Strecke. Danach kamen sie zur Müglitztalbahn (Heidenau–Altenberg). Nach Einsätzen Pirna–Arnsdorf, Pirna–Bad Gottleuba zwischen 1960 und 1970 verliert sich die Spur des einen Wagens. Den anderen verschlug es in den Raum Chemnitz. Seit 1967 zum Bauwagen umfunktioniert kam er 1970 total verschlissen nach Dresden zurück. Der Windbergwagen war schon zu seiner letzten Fahrt in einen Zug mit Ziel Stahlwerk Brandenburg eingestellt, als er vom Dienststellenleiter des Bf Freital-Hainsberg gesichtet wurde. Der alarmierte Leiter Abteilung Wagenwirtschaft der RBD Dresden, F. Hager, erwirkte die Überführung in die Anschlußgleise der Dresdner Verkehrsbetriebe. Dort wurde der Wagen von der AG "Windbergbahn" des DMV 1980 wiederentdeckt.
Da seitens des Verkehrsmuseums Dresden (VMD) und der DR kein Interesse vorhanden war, stand der Überführung nach Freital-Potschappel nichts im Wege. Nach der Abstellung in der Anschlußbahn des Edelstahlwerks "8. Mai 1945" Freital begann in Freizeitarbeit die Wiederaufarbeitung, welche einem Neubau gleich kam. Zum 3. Dresdner Dampflokfest im Mai 1994 haben wir unseren Windberg-Aussichtswagen mit Beschriftung der 1920er Jahre (Wagen-Nr. 70 252) erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Im Anschluß an die erfolgreiche Probefahrt und der Zulassung durch den Landesbevollmächtigten für Bahnaufsicht in Sachsen am 29.08.1997 konnten nach 14 Jahren aufwendiger Rekonstruktion in Freizeitarbeit anläßlich der Sonderfahrten zum Windbergfest am 14.09.1997 erstmals wieder Reisende mit diesem Wagen auf dessen Stammstrecke befördert werden. Bei verschiedenen Sonderfahrten und zu Charterfahrten kam unser Wagen auch auf anderen sächsischen Bahnstrecken zum Einsatz.


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letzte Änderung am 28.04.2002;