Begleiten Sie uns auf einer Wanderung entlang der Windbergbahn von Dresden-Gittersee (km 5,7) nach Possendorf (km 13,3)!
Da wir leider an einigen Stellen nicht exakt der Trasse folgen können, ist die Tour ca. 8 km lang. Wer nicht so gut zu Fuß ist, kann sich den Weg in kleinere Etappen einteilen. Für eine kleine Radtour eignet sich die Route ebenfalls.
Für Wandergruppen übernimmt auf Wunsch ein Vereinsmitglied die Wanderleitung. Anfragen richten Sie bitte an die Vereinsadresse. Igel-Tour Dresden veranstaltet gelegentlich geführte Wanderungen von Possendorf nach Dresden-Gittersee.
Den Ausgangspunkt Bahnhof Dresden-Gittersee erreichen Sie mit einem unserer Sonderzüge oder beispielsweise vom Dresdner Hauptbahnhof aus mit der Straßenbahnlinie 3 oder Stadtbuslinie 66 bis Coschütz und mit Stadtbuslini 71 Richtung Kleinnaundorf bzw. mit der Freitaler Stadtbuslinie B Richtung Raschelberg weiter bis Haltestelle Hermann-Michel-Straße.
Aus Richtung Freital können Sie die Stadtbuslinie B (Raschelberg Busbahnhof Deuben Coschütz Wendeschleife) benutzen.
(siehe auch Anreise)
Da es nicht sehr angenehm ist, entlang der viel befahrenen Karlsruher Straße zu laufen, machen wir einen unbedeutenden Umweg und biegen von der Hermann-Michel-Straße nicht nach links sondern nach rechts (Richtung Dresden) auf die Karlsruher Straße ein. Wir gehen auf der linken Straßenseite bis zur Einmündung des Meiselschachtweges, in welchen wir einbiegen. Der Name des Weges erinnert an den Meiselschacht, der sich bis 1859 nur einige Meter vom Weg entfernt befand. An der höchsten Stelle des Meiselschachtweges erreichen wir die Straße "Fernblick". Bei einem Blick zurück ins Elbtal und Richtung Oberlausitz wird klar, weshalb die Straße so benannt wurde. Wir folgen der Straße "Fernblick" und anschließend der Bergmannstraße, um auf die Kohlenstraße zu treffen und diese zu überqueren. An der Gaststätte "Zur Hopfenblüte" führt unser Weg nach links Richtung Kleinnaundorf, wo nach wenigen Metern der Gleisabschluß der Windbergbahn erreicht ist. Im Pflaster der Cunnersdorfer Straße liegen noch die Schienen des Bahnübergangs.
Von der Bahntrasse in Höhe Meßweg sieht man bereits den weiteren Streckenverlauf im oberen Kaitzgrund. Foto: Klaus GottschlingVergrößern - 30,5 KB
Durch den Bau der Kleinnaundorfer Straße Anfang der 1970er Jahre fehlt in Höhe der Bergsicherung ein Stück Bahntrasse. Etwa 50 m weiter rechts von der Kleinnaundorfer Straße verläuft die Trasse auf einem mit Birken gesäumten Damm. Sie können auf dem an der Einmündung von "Am Seilerschuppen" beginnenden Weg rechts parallel zur Kleinnaundorfer Straße, nach wenigen Metern entlang der Kleinnaundorfer Straße rechts auf dem Damm weitergehen oder Sie müssen auf der Kleinnaundorfer Straße bis zur Kurve gehen und kommen nach rechts auf der Straße "An der Semmeringbahn" wieder zur Bahntrasse. An der Kreuzung zwischen Trasse und Straße "An der Semmeringbahn" angelangt werfen wir einen Blick über Kleinnaundorf. Von dieser Stelle kann man gut die Linienführung der Windbergbahn entlang des oberen Kaitzgrundes und oberhalb von Kleinnaundorf ausmachen. Hier beginnt auch der durch eine AB-Maßnahme der Stadt Freital auf der Bahntrasse angelegte Rad- und Wanderweg bis zum Haltepunkt Kleinnaundorf.
Auf dem Rad- und Wanderweg geht es an einigen Grundstücken vorbei. Am km 6,69 überqueren wir den Durchlaß für den Meßweg. Links voraus ist bereits eine weitere Brücke oberhalb des Kaitzgrundes zu sehen. An der Stelle, wo die Trasse in einen starken Linksbogen übergeht, kann man recht zum Windberg abbiegen (Straße "Am Birkenwäldchen"). Bei km 7,3 erreichen wir die bereits aus der Ferne gesehene Brücke. Nur 100 m weiter am ersten Ratplatz zeigen uns rechts in Reihe stehende Birken an, daß dort auf dem Damm die Zweigbahn zum Windbergschacht, zum Neuhoffnungsschacht und zum Segen-Gottes-Schacht verlief. Folgt man dem Weg Richtung Windberg, kommt man zur Kohlenstraße. Auf der Kohlenstraße wurde vor dem Bau der Hänichener Kohlezweigbahn und späteren Windbergbahn die Steinkohle aus den Schächten in Pferdefuhrwerken nach Dresden gefahren. Von der Kohlenstraße aus sind es dann nur noch ein paar hundert Meter bis zum Bergmannsgrab am ehemaligen Segen-Gottes-Schacht. (Am besten nach Überqueren der Straße nach rechts und dann scharf links und weiter auf dem ehemaligen Bahndamm entlang gehen.) Das Denkmal erinnert an die 276 durch eine Schlagwetterexplosion am 2. August 1869 umgekommenen Bergleute.
Wir folgen weiter der Windbergbahn. Am km 7,7 lagen die Gleise der Wagenwechselstelle (Station 77), welche den betrieblichen Mittelpunkt der Hänichener Kohlezweigbahn bildete. Hier erfolgte der Austausch der in den Schächten beladenen Kohlewagen gegen leere Wagen. Das Wohnhaus ist eines der zwischen 18941897 gebauten Bahnwärterhäuser aus Klinkern.
Das Empfangsgebäude des Haltepunktes Kleinnaundorf, das mit Hilfe einer ABM der Stadt Freital rekonstruiert wurde Foto: Klaus GottschlingVergrößern - 63,6 KB
Im Linksbogen erreicht die Bahnlinie die östliche Hangseite des Kaitzgrundes. Gleich hinter der Brücke über die Friedensstraße beginnt der Bahnsteig des Haltepunktes Kleinnaundorf. Bis hierhin hatte die "Heddel" den anstrengendsten Teil der Strecke mit Steigungen bis 1:40 hinter sich. "Heddel" ist einer der vielen im Volksmund verbreiteten Bezeichnungen für den Windbergbahnzug. Das Empfangsgebäude wurde zwischen Herbst 2000 und Herbst 2001 m Zuge einer ABM der Stadt Freital saniert und das Areal des Haltepunktes wieder eisenbahntypisch umgestaltet.
Die eigentliche Strecke ist mit Garagen verbaut. Der Abzweig nach rechts - einst zum Glück-Auf-Schacht und später zum Tankholzwerk - ist heute Straße. (Am Bahnübergang Dresdner Straße wurden die Schienen lediglich mit Asphalt überteert.) Die Strecke Richtung Possendorf lief dort weiter, wo jetzt eine Garage mit Spitzdach steht. Hinter der Garage mußte der Bahndamm weiteren Garagen weichen.
Unser Weg führt weiter auf der Straße "Am alten Bahnhof". Die Trasse macht nun einen einen Linksbogen und überquert auf einer Brücke die Steigerstraße in Kleinnaundorf. Dieser Abschnitt der Windbergbahntrasse wird als Zufahrt zu Wochenendgrundstücken genutzt. Über die Grundstücke hinweg erblicken wir die auf unserer Wanderung bereits zurückgelegte Strecke (westlich die Fördertürme am Bf Gittersee und südwestlich die Wagenwechselstelle). Nach wenigen Metern zeigt für die müden Wanderer links ein Wegweiser den Weg durch den Schießgrund und den Kaitzgrund zurück nach Freital-Burgk bzw. Dresden-Gittersee. Nach den vielen Linksbögen kommt nun ein Rechtsbogen. Links wird die Sicht frei für den Blick in das Elbtal. Bänke laden zum Verweilen ein. Voraus ist der Marienschacht zu sehen.
Vor dem Marienschacht kommen wir noch am traurigen Rest der Wartehalle des Haltepunktes Boderitz-Cunnersdorf vorbei (km 9,54). Ein Sponsor hat sich beim Windbergbahn e. V. gemeldet, um im Kajr 2010 die Wsrtehalle zu rekonstruieren.
Zeichnung von der Wartehalle des Haltepunktes Boderitz-Cunnersdorf Sammlung Windbergbahn e.V.
Im Marienschacht mit dem Malakoff-Turm förderten die Freiherrlich Burgker Steinkohlenwerke bis zum 11. April 1930 Steinkohle. 1953 übernahm die SDAG Wismut das Gelände. Die alten Halden wurden in den 1990er Jahren von der Wismut Sanierungs GmbH saniert. In der ehemaligen Elektrowerkstatt hat der Bergbau- und Hüttenverein Freital e.V. eine Ausstellung eingerichtet.
Die Trasse der Windbergbahn geht südlich am Marienschacht-Gelände vorbei (Fahrweg). Gegenüber dem Marienschacht ist rechts ein ehemaliges Bahnwärterhaus zu erkennen.
Links neben der Trasse fällt nach einigen Metern Weg ein großer Stein auf. Es handelt sich um einen "Myriameterstein" (Myria = 10.000). Mit solchen Steinen kennzeichneten die Sächsischen Staatseisenbahnen jeden zehnten Kilometer einer Eisenbahnlinie. Bei 13,3 km Gesamtlänge gab es entlang der Windbergbahn nur diesen einen Myriameterstein. Die Trasse bietet letztmalig einen Blick in das Elbtal, da sie uns im weiten Rechtsbogen nach Süden führt. Am Ende des Bogens (km 10,5) erstreckte sich der Bahnhof Bannewitz. Das Empfangsgebäude wurde 1961 abgerissen. Das Bahnhofsgelände mußte der neuen Bebauung weichen. Vorbei an der Bannewitzer Schule umgehen wir das ehemalige Bahnhofsgelände und stoßen auf die Windbergstraße. Um vorzeitig zum Startpunkt oder Freital zurückzukehren empfiehlt es sich, nach rechts zu gehen, um z.B. in Kleinnaundorf in den Bus zu steigen. Wer Richtung Dresden Hauptbahnhof möchte, geht nach links bis zur Bundesstraße, um mit dem Regionalbus Zinnwald Dresden zu fahren.
An der Einmündung der Straße "Nezses Leben" in die Windbergstraße hat sich auf der Bahntrasse ein Firmengelände (Kompressorenwerk Bannewitz) ausgedehnt. Seit einiger Zeit gibt es einen Rad-/Wanderweg durch das Gelände, wodurch man nicht mehr um das Betriebsgelände herum gehen muss bis zur Horkenstraße. In Höhe der großen Werkhalle ist auf der anderen Straßenseite endlich wieder der als Rad-/Wanderweg ausgeschilderte Damm der Windbergbahn erkennbar. Nach [1, S. 17] hatte die Windbergbahn die Horkenstraße auf einer Blechträgerbrücke überquert. Wir wandern weiter auf dem Fuß-/Radweg. Nach rechts bieten sich neue Sichten in die Landschaft. Am Horizont erhebt sich der Lerchenberg und weiter rechts liegen der Poisenwald und das Poisental. Etwa auf 100 m Länge verläuft die Welschhufer Straße parallel. Die einzige Brücke, auf der eine Straße die Bahn überquerte, steht etwa am km 11,5.
Das Empfangsgebäude des Bf Hänichen-Goldene Höhe beherbergte vor noch vor Jahren einen Kindergarten. Foto: Klaus GottschlingVergrößern - 38,2 KB
Unmittelbar hinter der Brücke begann der Bf Hänichen-Goldene Höhe. Früher verließen hier an den Wochenenden zahlreiche Fahrgäste den Zug. Ihr Ziel war die bekannteste Gaststätte entlang der Windbergbahn, die "Goldene Höhe". Vom Bf sind das Empfangsgebäude und der Freiabtritt erhalten. Es zeichnet sich eine Lösungsmöglichkeit ab, die Gebäude in einen ansehnlichen äußerlichen Zustand zu versetzen. In unserer Wegrichtung rechts vom Bahnhofsgelände liegen die Abraumhalden des einstigen Beckerschachts.
Entlang der ehemaligen Ladestraße erreichen wir in zwei Rechtsbögen den Pulverweg. Hier beginnt die 1908 eröffnete Verlängerung von Hänichen nach Possendorf. Links am ehemaligen Wärterhaus (Posten GH 5) vorbei auf dem Fuß-/Radweg müssen wir wie einst die Windbergzüge noch einen kleinen Anstieg bis zum mit 311,86 m höchsten Punkt der Strecke bewältigen. Im Gefälle am Westhang des Käferberges verläuft die Trasse dann hinab nach Possendorf. Rechts bieten sich wieder Blicke in die Landschaft (Lerchenberg, Poisenwald, Golfplatz u.a.).
Der einstige Endbahnhof Possendorf erhielt als einzige Station der Windbergbahn ein solch repräsentatives Empfangsgebäude (Straßenseite). Foto: Klaus GottschlingVergrößern - 43,0 KB
Bei km 13,2 erreichen wir die Bundesstraße B 172. Der damalige Bahnübergang besaß keine Schranken. Auf der anderen Straßenseite erstreckt sich das Gelände des ehemaligen Bf Possendorf. Das Bahnhofsgelände und das große Empfangsgebäude werden von einem Kindergarten genutzt. Auch einige Nebengebäude sind noch vorhanden. Die Laderampe und einen Güterschuppen kann man weiter östlich erkennen. Der Lokschuppen wurde bereits 1972 abgerissen. Vom Bf Possendorf reicht die Aussicht bis in die Sächsische Schweiz, zum Berg Wilisch und zum Lerchenberg.
Möglichkeiten für die Rücktour bzw. Fortsetzung der Wanderung sind unter den touristischen Informationen aufgeführt. Die Bushaltestelle befindet sich noch ein Stück die Bundestraße bergab.