Aktuelles vom Windbergbahn e.V. 

03.05.2002

Über die Presse erreichte den Verein die erfreuliche Nachricht, daß das Eisenbahnbundesamt den Stillegungsantrag der DB Netz AG abgelehnt hat. Da es einen neuen Interessenten - die Muldental-Eisenbahnverkehrsgesellschaft mbH (MTEG) - für die Übernahme der Strecke gibt, sind die Voraussetzungen zur Stillegung nicht gegeben. Nun muß die DB Netz AG mit der MTEG verhandeln.
Die Entscheidung des EBA wurde dadurch begünstigt, daß im April 2002 das Allgemeine Eisenbahngesetz (AEG) novelliert wurde. Die Gesetzesänderungen sollen den übereilten Abbau von Eisenbahninfrastruktur verhindern.

Dresdner Neueste Nachrichten 04.05.2002

Die Freitaler Windbergbahn ist gerettet
Eisenbahnbundesamt versagt geplante Stilllegung
(Birgit Gängler)

Gestern ist in Bonn eine grundlegende Entscheidung gefallen: das Eisenbahnbundesamt hat sich gegen die geplante Stilllegung der Strecke zwischen Freital-Ost und Gittersee entschieden und damit der traditionellen Windbergbahn quasi das Leben gerettet. "Die Voraussetzungen für eine Stilllegung sind nicht erfüllt", erklärt Mark Wille, Pressesprecher des Eisenbahnbundesamtes die schwerwiegende Entscheidung gegen den Antrag der DB Netz AG. Nach Paragraph 11 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes muss der Antragsteller beweisen, dass die Strecke nicht durch Dritte übernommen werden kann bzw. dass Verhandlungen mit Dritten erfolglos verlaufen sind.
Nun hatte sich aber sozusagen im letzten Moment doch noch ein Interessent gemeldet: die Muldental-Eisenbahnverkehrsgesellschaft mbH aus Meerane, die gemeinsam mit dem Freitaler Windbergbahnverein die Strecke übernehmen und betreiben würde. Sie muss sich nun an das sächsische Ministerium für Wirtschaft und Arbeit wenden und eine Genehmigung als Eisenbahninfrastrukturunternehmen beantragen. "Wir trauen dem Unternehmen zu, die Strecke zu betreiben und ein ordentliches Finanzierungskonzept vorzulegen", sagt Burkhard Zscheischler, Sprecher des sächsischen Verkehrsministeriums. Zuerst müsse allerdings mit der DB Netz AG als (Noch-)Besitzer der Strecke eine Einigung erzielt werden. "Das kann von einer Übernahme der Strecke bis hin zu einem Pachtvertrag reichen", erklärt Zscheischler.
"Wir werden uns neu beraten", erklärte Bahnsprecherin Kerstin Eckstein am Freitag gegenüber DNN. Vor allem wird man klären müssen, ob eine Anbindung der Nebenstrecke zwischen Freital-Ost und Gittersee an die neue Sachsenmagistrale (Kostenpunkt: 650 000 Euro) nun problemlos erfolgen kann. Bundesmitteln fließen nur dann, wenn nachgewiesen wird, dass die Strecke tatsächlich befahren wird. "Der Weg ist frei, jetzt nach einer neuen Lösung zu suchen", zeigte sich Eckstein zuversichtlich. "Wir werden jetzt in neuen Gesprächsrunden alles Weitere mit den Verantwortlichen klären."
Die Entscheidung des Eisenbahnbundesamtes vom Freitag ist für die Freitaler Fans der "Heddel", wie die 145-jährige Traditionsbahn auch genannt wird, auf jeden Fall schon ein Grund zum Feiern. In der Vereinssitzung am Montag werden die passionierten Eisenbahnfreunde nun das weitere Vorgehen beraten und dann gemeinsam mit der Muldental-Eisenbahnverkehrsgesellschaft das Gespräch mit der Deutschen Bahn suchen. "Da haben wir Geschichte geschrieben", ist Vereinsvorsitzender Holger Demnitz stolz. "Ich kenne keinen anderen Fall, in dem ein Stilllegungsantrag abgewiesen wurde."

© Dresdner Neueste Nachrichten erschienen am 03.05.2002

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