Aktuelles vom Windbergbahn e.V. 


07.03.2007   Presseecho auf Entscheidung des Windbergbahn e. V.  

Nach Rücknahme ihrer Klage gegen das Eisenbahn-Bundesamt (siehe Meldung vom 16.12.2006) hat die DB Netz AG die Strecke Freital Ost – Dresden-Gittersee (Windbergbahn/Sächsische Semmeringbahn®) zur Übernahme durch Dritte ausgeschrieben. Bis zum 23. Februar 2007 hatten Interessenten Zeit, ihre Absicht zu bekunden. Wenn sich kein Interessent gemeldet hätte, dann wäre das Einleiten des Stilllegungsverfahrens die Folge gewesen. Damit hätten sich jedoch die Aussichten für einen Museumszugverkehr auf der als technisches Denkmal eingestuften Bahnstrecke extrem verschlechtert.
Da es um die Zukunft der ältesten Gebirgsbahn Deutschlands ging, fand am 13.01.2007 eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Windbergbahn e.V. statt. Die Veranstaltung diente der Information der Vereinsmitglieder über die Situation und zur Vorbereitung der Jahreshauptversammlung.
Damit die Entscheidung des Vereins noch vor dem 23.02. getroffen wird, fand die Jahreshauptversammlung für das Geschäftsjahr 2006 relativ früh – nämlich bereits am 17.02.2007 statt. Bevor die offene Abstimmung der Vereinsmitglieder über drei Varianten vorgenommen wurde, gab es eine umfangreiche aber sachliche Diskussion. Schließlich galt es, die Risiken und die Finanzierbarkeit durch den Verein abzuwägen. Zu wählen war zwischen Rückzug des Vereins auf den Bahnhof Dresden-Gittersee, Pacht der Strecke ohne Anbindung an die Sachsenmagistrale und Pacht der Strecke mit Anschluss an die Sachsenmagistrale. Mit dem Wissen, dass durch Sponsoren entsprechende Gelder zur Verfügung gestellt werden, dass nur jetzt und nicht später der Einbau der Anschlussweiche zur Strecke Dresden – Chemnitz bewirkt werden kann und dass kein Interessent für die Übernahme der ausgeschriebenen Strecke bekannt ist, entschieden sich die Vereinsmitglieder einstimmig zur Maximalvariante: Bekundung des Interesses zur Pacht der Strecke einschließlich Anschluss an die Sachsenmagistrale gegenüber der DB Netz AG.

Die Entscheidung der Vereinsmitglieder – mit der vorerst die Stilllegung abgewendet ist – stößt nicht bei allen Außenstehenden auf Wohlwollen. Mit teilweise unsachlichen Argumenten versuchen die Freitaler Verfechter eines Autobahnzubringers über die Coschützer Straße die öffentliche Meinung gegen den Windbergbahnverein zu manipulieren (siehe Presseartikel). Zumindest war auf der Titelseite ein Verweis und auf einer Innenseite ein großer Artikel zu finden.
Zugegeben: Der letzte offizielle Zug nach Dresden-Gittersee fuhr zum Windbergfest im September 1998 (Vor der Streckensperrung ab 01.11.1998 fuhr als letztes unsere Kö 4500 von Dresden-Friedrichstadt nach Dresden-Gittersee). Der letzte Zug – ein Arbeitszug – fuhr aber erst im Herbst 2005. Die weiterhin existierende Bahnstrecke behindert wegen der geringen Durchfahrtshöhe der Eisenbahnüberführung keineswegs den Ausbau der Coschützer Straße. Als preiswerteste Variante könnte man den Verkehr über die Breite Straße führen, wie es schon heute für Lkw geregelt ist. Mit etwas mehr Aufwand könnte man die Straße unter der Eisenbahnbrücke absenken. Damit die Coschützer Straße in Freital als Autobahnzubringer dienen kann, müsste die Stadt Dresden jedoch ihrerseits die Potschappler Straße zwischen Stadtgrenze und Freitaler Straße sanieren. Wegen der 12 % Steigung und der engen Kurven auf der Potschappler Straße ist diese für umfangreichen Lkw-Verkehr ungeeignet. Noch fragwürdiger werden die Argumente der Freitaler Befürworter des Autobahnzubringers angesichts der Tatsache, dass die Stadt Dresden für Juni 2007 den Beginn des Ausbaus der Karlsruher Straße zwischen Rathausstraße und Stadtgrenze Freital (Kohlenstraße) angekündigt hat. Auf diesem Abschnitt befindet sich auch eine Eisenbahnüberführung der Windbergbahn mit verminderter Durchfahrtshöhe. Die Stadt Dresden will das Problem ohne großes Aufheben durch Tieferlegen der Straße lösen.

Pressemeldung Sächsische Zeitung (SZ) Freital vom 07.03.2007

 
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